Jeder Job kann langweilig sein … Deine Entscheidung!

Jeder Job kann langweilig sein … Deine Entscheidung!

14. Februar 2022

Gerade habe ich wieder so ein wunderbares Video auf Social Media gesehen: Drei Fensterputzer, die die Fenster in einem Kinderkrankenhaus von außen geputzt haben. Natürlich nicht einfach so. Nein, die drei zogen sich vor der Arbeit Superheldenkostüme an und hingen als Spiderman, Batman und Superman vor den Fenstern. Die Frage, wie die kranken Kids das fanden, beantwortet sich von selbst: Mega! Tolle Interaktionen zwischen den Putzmännern und den Kindern entstanden und alle hatten maximalen Spaß. Dabei ist Fensterputzen nun wirklich kein Job, bei dem von Natur aus wahnsinnig viel Interaktion entsteht. Außer man weißt die Fachkraft auf Streifenbildung hin. Nicht so der Hit …

Ein weiteres Beispiel, welches ich auch richtig gefeiert habe, war ein Flugbegleiter, der die Sicherheitshinweise fantastisch interpretiert hat. Der Typ war so lustig, dass er Applaus und Zugaberufe am Ende bekam. Für die Sicherheitshinweise! Danach waren alle gut gelaunt und der Flug maximal entspannt. 

Halina an ihrem Arbeitsplatz

Eine Geschichte habe ich noch, die ich nicht auf YouTube oder Social Media entdeckt, sondern selbst erlebt habe, als es das ganze Internetgedöns noch gar nicht gab. Und zwar in meiner Stammdisco zu Jugendzeiten: im Madhouse in Hamburg. Dort gab es eine wunderbare Toilettenfrau: Halina. Um zu den Toiletten zu gelangen, musst man einen enge Treppe hoch und am Ende war ein Miniflur. Rechts ging es zu den Jungs, links zu den Mädels und in der Mitte in einem kleinen Kabuff saß Halina und rauchte Kette (damals ging das noch). Um sie herum war immer eine kleine Ansammlung von Gäst*innen und quatschte mit ihr. Stammgäst*innen bogen am Anfang des Discoabends auch immer zunächst zu den Toiletten ab, um sich von Halina auf den neuesten Klatsch- und Tratschstand bringen zu lassen. Außerdem gab es bei Halina vom Haarspray über das Deo bis hin zum Kondom alles, was man für einen erfolgreichen Discoabend so braucht. Der Knaller: Wer Halina Trinkgeld gab bekam einen Lolly mit Sammelbild. Wenn Du 10 verschiedene Sammelbilder zusammen hattest, dann hat Halina eine Flasche Krimmsekt springen lassen. Die wurde in der Regel direkt vor Ort geköpft. Manchmal war bei Halina mehr los als auf der Tanzfläche. Der Nebeneffekt: Die Toiletten waren immer picobello. Niemand hat sich auf Halinas Toilette daneben benommen. Und wenn doch, dann haben ein paar Stammgäst*innen das mal schnell geklärt. 

Was haben die Geschichten gemeinsam: Alles nicht die tollsten Jobs unter der Sonne, aber in allen Beispielen haben die Arbeitenden etwas draus gemacht. Und zwar so, dass alle etwas davon haben. Anders gesagt: Was Du rein gibst, kriegst Du raus. Wenn Du wenig rein gibst, wundere Dich nicht, wenn Du wenig raus kriegst. Wenn Du viel rein gibst, dann kriegst Du auch viel raus. Ja, ich weiß. Jetzt werden einige anmerken, dass sie sehr viel Engagement reingeben, aber nichts dafür zurück erhalten. Das stimmt auch und kommt sehr häufig vor. Das ist aber hier nicht gemeint. Hier ist gemeint, wieviel gute Laune und Freude Du rein gibst. Denn Engagement ohne gute Laune und ohne Freude ist selten ansteckend. Du kannst die beste, schnellste und effizienteste Kellnerin unter der Sonne sein, wenn Du nicht lächelst und Deinen Gäst*innen Freude bereitest, dann wird Dein Trinkgeld, auch wenn Du alles perfekt gemacht hast, mau ausfallen. Wenn Du aber gut gelaunt, freundlich und lustig bist, dann kannst Du auch ein paar Fehler machen und Dein Trinkgeld wird trotzdem gut ausfallen. Wir lieben halt einfach Menschen, die uns Freude bereiten.

Der nächste Einwand, der in diesem Zusammenhang gern folgt ist, dass das im Büro nicht funktioniert. Man hätte ja gar keine Gelegenheit dazu … Wirklich? Du hast während des Tages nicht einmal die Möglichkeit jemandem Freude zu bereiten? Wie wäre es denn mal mit einem Kuchen für die Kolleg*innen? Einfach so, ohne irgendeinen Anlass … Allen Kolleg*innen einen Kinder-Schoko-Bon (oder irgendwas anderes) auf den Tisch legen. Und wenn Du ganz mutig bist, einfach mal mit Superheld*innenkostüm ins Büro kommen und „Held der Arbeit“ Orden verteilen. 

Every job can be boring if you make it boring …

In meinen Live-Seminaren zeige ich oft den Film „Fish“. Dort geht es um einen Fischmarkt in Seattle und wie die Jungs ihre harte, schlecht bezahlte Arbeit zu einem großartigen Job machen. Schon im Film sieht man Menschen, die argumentieren, warum das bei ihnen so nicht geht. Und nach dem Film geht die Diskussion dann live los, dass das ja typisch Ami sei und warum das alles im eigenen Unternehmen nicht funktionieren kann … Erstaunlich, denn es wird selten sofort überlegt, wie man das selbst umsetzen könnte. Auch die tollen Social Media und YouTube Videos sind erfahrungsgemäß selten Anstoß für eigenen Überlegungen. Dabei ist es gar kein großer Sprung von „Das geht bei uns nicht, weil …“ zu „Cool, wie könnten wir das bei uns umsetzen …“ Denn: „Every Job can be boring, if you make it boring. And every Job can be fun, if you make it fun!“ Zitat aus „Fish“

Schreib mir gern Deine Ideen für Dein Unternehmen oder weitere Anregungen, die Du mal gesehen bzw. erlebt hast in die Kommentare!

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